Chronik der Freiwilligen Feuerwehr Laimering

Entwicklung der Freiwilligen Feuerwehr Laimering
In früheren Jahrhunderten gab es keine organisierte Feuerwehr. Im Brandfall — und das dürfte bedingt durch Holzbauweise und offene Feuerstellen weitaus häufiger gewesen sein als heute — halfen die Dorfbewohner zusammen und bekämpften mit Wassereimern das Feuer.
Im 19. Jahrhundert wurden allmählich, oft jedoch in harten Auseinandersetzungen, die absolutistischen Herrschaftsweisen abgelöst, und das Volk erlebte sich eine politische Mitwirkung. Der Bayerische Staat erhielt 1818 eine neue Verfassung. Die Verwaltung wurde reformiert. 1852 wurden die Vorläufer unserer Kreise, die Distriktsgemeinden geschaffen, und zu ihren vielfältigen Aufgaben gehörte auch die Anschaffung und Erhaltung von Feuerlöschmaschinen. In diesem Zuge gehörten auch das Haus, Hof, Felder und Wälder nicht mehr Lehen aus der Hand geistlicher oder weltlicher Herrscher, sondern frei Eigentum sind, mag wohl der ideale Grund dafür sein, dass gerade in der zweiten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts landauf, landab Vereine, und vor allem eben die Freiwilligen Feuerwehren entstanden. Ein wesentlicher, treibender Faktor war sicherlich auch die Entwicklung der Technik und damit der Bau von immer besseren Feuerlöschmaschinen. Im Altlandkreis Friedberg gab die Stadt Friedberg 1864 den Auftakt zur Gründung der Freiwilligen Feuerwehren.


Das offizielle Geburtsdatum der Laimeringer Feuerwehr ist der 29. Juni 1880. In einer Urkunde vom 1. Januar 1899 bestätigt der Bayerische Landes-Feuerwehr-Verband unter dem Allerhöchsten Protektorate Seiner Königlichen Hoheit des Prinz-Regenten Luitpold von Bayern der Freiwilligen Feuerwehr Laimering, dass sie am 29. Juni 1880 Mitglied des Bayerischen Landes-Feuerwehr-Verbandes und als am 29. Juni 1880 gegründet, in der Grundliste desselben eingetragen ist. In Wirklichkeit muss es jedoch schon früher eine Feuerwehr in irgendeiner Form gegeben haben, denn in einem erhaltenen Geräteverzeichnis kann man nachlesen, dass die Wehr bereits 1870 eine tragbare Druckspritze älterer Konstruktion mit 6,25 Meter Hanfschlauch nebst Strahlrohr besaß. Und 1875 wird neben einem umfangreichen Inventar von Leitern, Laternen, Schläuchen eine vieräderige Saug- und Druckspritze aufgeführt. 1897 wird die Wehr erstmalig auf einer Festschrift zur 25-Jahr-Feier der Feuerwehr Ottmaring-Rederzhausen erwähnt: Bei dieser Jubiläumsveranstaltung wurde die „Freiwillige Feuerwehr Laimering“ mit 12 aktiven Mann aufgelistet.


1878 bis 1893 bekleidete Josef Reich das Amt des Bürgermeisters und des Vorstandes der Freiwilligen Feuerwehr in Laimering. In seiner Amtszeit wurde 1882 die Volksschule erbaut und daneben das wohl erste Gerätehaus, das bis zum Sommer 1980 seinen Dienst tat. 1894 bis 1919 verwaltete Pius Asum das Amt, ihm folgte 1919 bis 1925 Josef Loder und von 1925 bis 1931 Modest Kormann, während Johann Weichenberger bis zum Jahre 1936 Vorstand der Feuerwehr war. Von 1932 bis 1935 war Josef Reich Bürgermeister. Er wurde bei seinem Rücktritt aus gesundheitlichen Gründen zum Ehrenbürger ernannt. Vom 18. Juni 1936 bis zum Jahre 1972, in dem Laimering seine politische Selbständigkeit aufgab und sich der Großgemeinde Dasing anschloss, leitete Bürgermeister Georg Haas das Geschick der Gemeinde. Vorstand der Feuerwehr ist er bis zum heutigen Tag geblieben. 1934 hatte der Verein laut Aufzeichnung zwei Ehrenvorstände: Pius Asum und Josef Loder.
Die Reihe der Kommandanten lässt sich nicht mehr von Anfang an rekonstruieren. 1896 war ein Johann Stadelmaier Kommandant. Im Jahre 1907 wurde der Kommandant Matthias Bichler beerdigt. Es folgte wieder ein Johann Stadelmaier, dann Johann Weichenberger. 1932 übernahm Sohn Johann Stadelmaier das Amt, 1951 ging es auf Johann Loder, 1963 auf Andreas Wurzer über, und seit 1978 bekleidet es Josef Reiner.
Die Freiwillige Feuerwehr erhielt im Jahre 1909 ihre erste Standarte. Im gleichen Jahr wurde sie auch mit einer neuen fahrbaren Saug- und Druckspritze ausgerüstet. Anlässlich des 50jährigen Vereinsjubiläums am 1. Juni 1930 wurde in einer Feier die Standarte geweiht. 1938 zählte der Verein 71 zahlende Mitglieder. In den Kriegsjahren erhielt die Wehr eine Einheitsmotorspritze. 1954 wurde ein Tragkraftspritzenanhänger (TSA) und 1957 dann eine neue Motorspritze TS 8 angeschafft. Die Versorgung mit ausreichendem Löschwasser war in den frühen Zeiten, vor allem in den trockenen und gefährlichen Sommermonaten schwierig. Neben den Hausbrunnen und der Pferdeschwemme am Längenmoosgraben, stand das Wasser des Laimeringer Grabens, das an einigen Stellen angestaut wurde, zur Verfügung. Endgültig gelöst wurde das Problem durch den Beitritt zur Wasserversorgung durch die Adelburggruppe.

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Bild 1 - Ziegler TS8 aus dem Jahr 1957

Das alte Gerätehaus der Feuerwehr, von dem der Bau auf das Jahre 1882 stammt, ist veraltet und kann den heutigen Bedürfnissen nicht mehr gerecht werden. Deshalb beschloss man im Jahr 1979, ein neues im Schulgarten zu bauen. Die Großgemeinde stellte das benötigte Material, und die Männer der Wehr bauten es in vielen freiwilligen Arbeitsstunden auf. Es bietet neben dem Geräteraum auch einen Unterrichtsraum. Der zu dieser Zeit 128 Mitglieder zählende Verein beschloss, das 100jährige Vereinsjubiläum mit der Einweihung dieses Hauses und der Weihe einer neuen Fahne festlich zu begehen. Bis in die späten Jahre des 20. Jahrhunderts hat sich wenig an der Ausstattung der Wehr geändert. Der meist von Traktoren gezogene Anhänger mit Tragkraftspritze und Schläuchen war lange Zeit Stand der Technik in kleineren Ortsteilfeuerwehren und diente bei Brandeinsätzen ebenso wie für Wasserförderungen in Hochwasserlagen als zentrales Einsatzmittel. Im Jahre 1975 wurde die Feuerwehr der Großgemeinde Dasing mit einem Löschgruppenfahrzeug 16 mit einem 800 Liter fassenden Wassertank ausgestattet, das fortan bei Bränden im Gemeindegebiet und somit auch in Laimering schnelle und wirkungsvolle Unterstützung leisten konnte.

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Bild 2 - Ziegler TS8 aus dem Jahr 1957 - angeblich noch funktionsfähig

Im Jahr 2005, pünktlich zum 125-jährigen Jubiläum der Freiwilligen Feuerwehr Laimering, wurde nach über 50 Jahren der Anhänger durch ein Tragkraftspritzenfahrzeug (TSF) in Staffelbesatzung ersetzt. Der Aufbau dieses 60.000 Euro teuren Mercedes-Benz Sprinter stammt von der Firma Furtner und Ammer. Es verfügte über eine moderne Tragkraftspritze des Typs Rosenbauer Fox 1 TS 8/8 mit luftgekühltem BMW-Boxermotor. Diese musste allerdings schon im Jahr 2017 aufgrund eines Defekts durch die neue Tragkraftspritze Typ Fox 3 ersetzt werden, die zusammen mit dem Fahrzeug bis heute ihren Dienst leistet. Während sich die Aufgaben der Feuerwehr früher nahezu ausschließlich auf die Brandbekämpfung beschränkten, hat sich mit dem technischen Fortschritt und der wachsenden Zahl an Kraftfahrzeugen auch das Einsatzspektrum erweitert. So werden mittlerweile zunehmend Einsätze im Bereich der Technischen Hilfeleistung, etwa bei Verkehrsunfällen oder Unwetterschäden, sowie der unterstützenden Ersten Hilfe verzeichnet. Durch die Eingliederung des Industriegebiets „Acht300“ in den Schutzbereich der FF Laimering ist die Wehr außerdem als ersteintreffende Einheit bei Gefahrstoffereignissen gefordert und übernimmt dort initiale Maßnahmen bis zum Eintreffen spezialisierter Kräfte. Im Jahr 2025 verfügt die Freiwillige Feuerwehr Laimering über 27 aktive Feuerwehrmänner und 5 Mitglieder in der Jugendfeuerwehr.

Seit Generationen steht die Freiwillige Feuerwehr Laimering für gelebten Gemeinschaftssinn und uneigennütziges Engagement zum Schutz vor Brand- und Naturkatastrophen. Über Jahrzehnte hinweg haben zahlreiche Männer des Dorfes ihre Zeit und Kraft selbstlos dafür eingesetzt, das Leben, die Gesundheit und das Eigentum ihrer Mitmenschen zu bewahren. Dieses ehrenamtliche Wirken ist geprägt von der Pflege der Kameradschaft, dem Zusammenhalt in der Dorfgemeinschaft und dem festen Glauben an eine überlieferte Tradition – ganz nach dem Motto:

Helfen in Not ist unser Gebot!